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1894 Dampftram
Im Jahre 1894 nahm das Dampftram in Bern seinen Betrieb auf




Drucklufttram


Bei Berns erster Tramlinie kam als Traktionsart nicht etwa wie in vielen anderen Schweizer Städten der leistungsfähige elektrische Strom aus der Ober-leitung zum Zuge, sondern komprimierte Luft, die in Druckbehältern unter dem Wagenboden der Fahrzeuge gespeichert wurde. Für die Gewinnung dieser Energie war eine ganze Reihe von technischen Hindernissen zu bewältigen, die angesichts Ihrer speziellen Ausführung einer ausführlichen Erklärung bedürfen und sowohl eine Pionierleistung als auch eine Rarität darstellten.

Die Druckluftautomobile waren rund 7m lang, verfügten über 16 Sitz- und 12 Stehplätze und besassen zwei gekuppelte Achsen, welche von einer kleinen Zweizylinder- Dampfmaschine angetrieben wurden. Gebaut wurde die Fahrzeuge von der heimischen Industrie, den von Rollschen Eisenwerken in Bern, nach dem Patent des französischen Ingenieur Louis Mekarski aus Paris.

Der Fahrpreis für eine einfache Fahrt betrug für die halbe Strecke 10 und für die ganze Strecke 20 Cts, was für die damaligen Verhältnisse ein stolzer Preis war. Die Strecke war durchwegs einspurig, wies aber an acht belebten Streckenpunkten Ausweichstellen auf, in denen auf Wunsch der Passagiere gehalten wurde und der Gegenwagen zur Kreuzung abgewartet werden konnte. Die Wagen benötigten für die ganze Fahrstrecke 20 Minuten, da die Höchstgeschwindigkeit gemütliche 15 Stundenkilometern betrug. An den beiden Endpunkten der Strecke sowie am Bahnhof, wiesen die Stationen sogenannte Drehscheiben auf. Mit dieser Vorrichtung konnten der Automobilführer und der Kondukteur die Tramfahrzeuge in die entgegengesetzte Richtung wenden. Die heute auf dem Tramnetz üblichen Wendeschleifen wurde erst Jahrzehnte später realisiert. Die Drehscheiben dienten der damals heranwachsenden Jugend mitunter auch als gratis Karussell, sehr zum befremden der damaligen Betriebsleitung, wie einigen Aktennotizen zu entnehmen ist.

Nach den anfänglichen Kinderkrankheiten versahen die Kompressorschlitten, wie die Druckluftautomobile abschätzig genannt wurden, rund 10 Jahre lang zuverlässig Ihren Dienst, wurden dann aber durch eine Volksabstimmung zugunsten des elektrischen Trams zu Fall gebracht. Die Arbeiten für die Elektrifizierung der Strecke rückten rasch voran und so dass die Strecke am 16 . November 1901 dem elektrischen fünfminuten Betrieb übergeben werden konnte. Die 10 Lufttrams hatten ausgedient und wurden allesamt verschrottet. Die elektrische Tramlinie Bahnhof - Bärengraben blieb noch bis 1941 in Betrieb, der Streckenast zum Friedhof bis 1965. Als Zeugen der Luftram-Ära bleiben immerhin das alte Tramdepot und das Haltstellenhäuschen (stadteinwärts) beim Bärengaben erhalten.

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